Sinnesaktivierung bei Demenz

Der Mensch bekommt auf seinem Lebensweg unter anderem die 5 Sinne mit auf die Welt. Das ist von der Natur so angelegt .

Die Wissenschaft gibt aber noch 2 Sinne dazu

Augen     die visuelle Wahrnehmung          sehen

Nase       olfaktorische Wahrnehmung        riechen

Mund      gustatorische Wahrnehmung       schmecken

Ohren      auditive Wahrnehmung               hören

Haut         taktile Wahrnehmung                 tasten, spüren

Bewegungssinn

Gleichgewichtssinn

 

Über den Sehsinn, wird das meiste wahr genommen. Die Wahrnehmung erfolgt über Farben, über hell und dunkel.

Der Geruchssinn ist eng mit dem Geschmackssinn verbunden. Was wir als ekligen Geruch zum Beispiel bei Speisen empfinden, wollen wir auch nicht essen. Der Geruchssinn kann uns aber auch vor Gefahren warnen und auch mit  süssen Düften verführen.

Gerüche können auch ebenso belastend sein und sich auf die Psyche negativ auswirken.

Der Geschmackssinn vermittelt uns süss, sauer, salzig, bitter und unami.

Die Zunge nimmt im vorderen Teil die süßen Dinge wahr. An den vorderen Zungenseiten erleben wir die salzigen Stoffe des Essens. Wenn man nun weiter nach hinten geht empfinden wir den sauren Geschmack der Speise

In dem Raum dazwischen erkennen die Zungenknospen ob wir Fleisch oder Fisch bzw. würzige Speisen zu uns nehmen und essen. Unami steht für den japanischen Forscher, der das entdeckte.

Der Hörsinn vermittelt uns Geräusche, Töne, Stimmen. Ohne besondere Anstrengung (außer wir hören schlecht) erreicht uns der Ton empfindlich oder angenehm und ist auch gleich wieder Vergangenheit. Klassische Musik wie Bach, Händel, Mozart kann man gut zur Psychohygiene nutzen.

Der Tastsinn vermittelt uns  über die Rezeptoren der Haut kälte, wärme, schmerz, Temperaturempfindungen. Angenehme und unangenehme Berührungen.

Wenn wir nicht fühlen können, entwickeln wir auch keine Gefühle.

Zu den kognitiven Abläufen des Menschen gehört somit auch der Tastsinn.

Die Wissenschaft schreibt, dass der Mensch mit einem Verlust eines Sinnes auf die Welt kommen kann, aber es war noch nie der Tastsinn dabei.

Der Bewegungssinn 

Muskeln Sehnen, Gelenke sind hier gefragt. Wir Lebewesen können unsere Bewegungsabläufe unbewusst und bewusst steuern. Das Gehen zum Beispiel funktioniert automatisch. Ein Impuls im Gehirn gibt den Befehl -GEHEN- RENNEN- STEHEN- usw. Ist jedoch ein Teil des Gehirns, das diesen Ablauf steuert, gestört, kann kein Befehl mehr zu Stande kommen.

Gleichgewichtssinn

Der Gleichgewichts-Sinn liegt im Innenohr und ist dafür da, damit wir Balance halten können. Er ermöglicht dem Menschen seine Haltung zu kontrollieren. Durch verschiedene Krankheiten kann dieses Gleichgewicht gestört sein.

Es ist daher wichtig, bei Menschen mit Demenz schon früh die Sinnen immer wieder zu aktivieren und zu schulen.

Oft hört man den Satz, Die… oder der…. kriegt sowieso nichts mehr mit.

Da täuschen sie sich.!!!

Beispiele zur Sinnesaktivierung

Die Sinne sind oft voneinander abhängig oder ergänzen sich.

Wenn Sie zum Beispiel eine Orange nehmen, so wird hier der Sehnerv aktiviert und gleichzeitig auch der Riech und Geschmacksnerv. Wenn Sie dem Patienten nun die Orange in die Hand geben, haben Sie den Tastsinn aktiviert. Es sind vier Sinne, die damit aktiviert wurden.

Gehen Sie mit dem Patienten in die Natur. Es wird der Seh- und Geruchssinn  aktiviert. Wenn Vögel zwitschern, Grillen zirpen, Flugzeuge fliegen Äste knacksen und Blätter rauschen ist nun auch der Hörsinn dabei. Pflücken Sie einen Grashalm , Blumen, Blätter oder einen Apfel vom Baum damit haben sie den Tastsinn aktiviert. Wenn Ihr Begleiter nun noch in den Apfel beißt oder sie ihm ein Stück reichen, so ist der Geschmackssinn auch dazu gekommen. Sie haben somit 5 Sinnen aktiviert.

Wenn der Patient sich noch gut bewegen kann, sollte auch noch der Bewegungssinn dazu kommen.

Der Tastsinn kann aktiviert werden, wenn es zum Beispiel regnet oder sie gehen an einem Bach entlang. Lassen sie die Regentropfen auf die Haut fallen, auf die offene Hand. Nehmen Sie eine Feder und streicheln sanft über das Gesicht, den Arm, die Hand oder über den Körper des Menschen.

Erwecken sie wohltuende Gefühle und auch vielleicht eine Gänsehaut.

Bei all diesen Dingen, beobachten Sie Ihren Patienten, fragen sie nach seinem Befinden,achten Sie auf die Mimik, die Augen, den Mund die Bewegungen und erkennen Sie, ob es dem Menschen gut tut, ob er sich freut, ob er lächelt oder weint.

So könnte ich noch viele Aktivierungen fortführen.

Überfordern Sie den Menschen nicht und erkennen sie, wann es reicht und der Patient nun einfach wieder seine Ruhe haben möchte.

 

 

 

 

 

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